23. Mai 2017

Die Phantasie und das Schreiben

Heute verbringe ich einen Teil meiner Arbeitswoche als Ingenieur im Kundendienst. Ich erlebe die unterschiedlichsten Leute mit den unterschiedlichsten Anfragen, was an sich schon interessant ist. Wenn ich – wie das oft vorkommt – für meine Kunden nach Antworten recherchiere, bin ich in meinem Element. Ich bin jemand, der sich gern in fremde Welten stürzt.

Auf diesen Reisen habe ich etwas bemerkt. Geektum, Ingenieurwesen und Phantastik decken sich:

In diesem ganz und gar phantastischen Arbeitsalltag begegnet man gelegentlich am Montagmorgen einem Untoten; Hexen oder Feen trifft man allerdings nicht. Meine Kunden laden mich in ihr Leben ein, worauf ich mir von ihnen erzählen lasse, was sie so tun und wie wichtig es ihnen ist. Das ist für mich eine sehr schöne Art zu arbeiten. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr verstehe ich, dass mich diese Neugierde und ein gewisser Wille, etwas Phantastisches im Alltag zu entdecken, schon immer begleitet haben.

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12. April 2017

Mein Urgroßvater und die Hexerei

Eine Auswanderergeschichte

Mein Urgroßvater mütterlicherseits ist im Bayerischen Wald geboren und aufgewachsen. Heute noch prägen die Gegend Hügel und Täler, kleine Berge mit Burgruinen, Moorlandschaften und der namensgebende dichte Wald. Ich habe 2017 einige Tage in einem kleinen Dorf an einem Abhang verbracht. Nach einem Regenguss staunte ich, als der Nebel aus den Bäumen dampfte und innerhalb weniger Minuten über mich hinwegzog, bis ich gar nichts mehr vor Augen sah. In einer solchen Gegend kann man sich Sagengestalten sehr leicht vorstellen.
Leider hat der Bayerische Wald ein Problem: Landwirtschaftlich gibt er nicht viel her, die traditionsreichen Glasereien schwächeln und für große Industriegegenden fehlt im hügeligen Naturpark schlicht der Platz. Arbeit ist rar, die Leute leben von ein wenig Forstwirtschaft, ein wenig Industrie, Handwerk und Tourismus. Seit über hundert Jahren ist die Bevölkerungsentwicklung rückläufig, das heißt: Die Leute wandern aus.
Mein Urgroßvater ist 1879 geboren, in ärmlichen Verhältnissen, und auch für ihn gab es keine Arbeit in der Heimat. Zu einer Zeit, als viele nach Amerika auswanderten, nahm er einen Weg von etwas mehr als zweihundert Kilometern in Angriff und erreichte Oberbayern.

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3. April 2017

Ein paar Fakten über mich


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Kindheit auf dem Land

Ich wurde am 29. Juli 1984 im oberbayerischen Rosenheim geboren. Das erste Heim, an das ich mich erinnere, ist ein dunkles Bauernhaus mit langer Geschichte, umgeben von Wiesen, auf denen am Morgen der Tiefnebel liegt. Ich habe darin und darum meine Kindheit und Jugend verbracht. Auf den Wiesen hätte ich gern gespielt, doch die umliegenden Bauern haben es verboten, weil sie um die Qualität des Heus fürchteten. Darüber hinaus fürchtete ich mich vor dem Holzfuchs, der laut meiner Großmutter in der Gegend Kinder fraß.

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„Die Verletzung des Schülers war zu auffällig, um sie zu ignorieren. Das jedenfalls dachte Herr Albrecht, als er die Tür des Lehrerzimmers öffnete und draußen den Jungen stehen sah. Gelegen kam es ihm nicht, denn er hatte kaum Zeit.“

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