21. Juni 2017

Peter S. Beagle: Summerlong

Intensive und tiefgründige Geschichte um ein altes Paar, dessen Leben durch den Besuch einer mystischen jungen Frau aus den Fugen gerät.

Peter S. Beagle, Autor von Das letzte Einhorn

Wem Peter S. Beagle nichts sagt, der kennt ihn wahrscheinlich trotzdem: Er hat Das letzte Einhorn verfasst. Sein Roman Summerlong ist 2016 erschienen und es gibt ihn bisher nur auf Englisch. Er spielt heute, auf einer Insel bei Seattle, aber teilt mit seinem bekanntesten Werk die Stimmung von Verlust und Sehnsucht.

Der Geschichtsprofessor mit wirren Hobbies und die alternde Stewardess

Die Geschichte entwickelt sich um ein altes Paar, das seit etwa 20 Jahren miteinander lebt, obwohl jeder seinen eigenen Hausstand führt.
Abe, Geschichtsprofessor in Rente, hat immer ein gutes Wort parat, vergräbt sich aber in alten Geschichten. Hervor kommt er nur für Altmännerhobbies, wie Bierbrauen und Mundharmonika Spielen, und für seine Partnerin Johanna.
Johanna ist eine alternde Stewardess, die ihre jungen, hübschen Kolleginnen nicht erträgt, aber den Weg zu ihrem über zehn Jahre älteren Partner gerne auf sich nimmt.

Beide sind einander nicht erste Wahl, eher ist es so, dass man zusammengeblieben ist um des Zusammenseins Willen, aus Einsamkeit, und weil man sich gut aneinander gewöhnen konnte. Dem Leser drängen sich diese Gedanken schon auf den ersten Seiten auf, aber für die beiden muss erst etwas passieren, damit sie aus ihrer gemeinsamen Starre aufwachen.

(mehr …)

23. Mai 2017

Die Phantasie und das Schreiben

Heute verbringe ich einen Teil meiner Arbeitswoche als Ingenieur im Kundendienst. Ich erlebe die unterschiedlichsten Leute mit den unterschiedlichsten Anfragen, was an sich schon interessant ist. Wenn ich – wie das oft vorkommt – für meine Kunden nach Antworten recherchiere, bin ich in meinem Element. Ich bin jemand, der sich gern in fremde Welten stürzt.

Auf diesen Reisen habe ich etwas bemerkt. Geektum, Ingenieurwesen und Phantastik decken sich:

In diesem ganz und gar phantastischen Arbeitsalltag begegnet man gelegentlich am Montagmorgen einem Untoten; Hexen oder Feen trifft man allerdings nicht. Meine Kunden laden mich in ihr Leben ein, worauf ich mir von ihnen erzählen lasse, was sie so tun und wie wichtig es ihnen ist. Das ist für mich eine sehr schöne Art zu arbeiten. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr verstehe ich, dass mich diese Neugierde und ein gewisser Wille, etwas Phantastisches im Alltag zu entdecken, schon immer begleitet haben.

(mehr …)

12. April 2017

Mein Urgroßvater und die Hexerei

Eine Auswanderergeschichte

Mein Urgroßvater mütterlicherseits ist im Bayerischen Wald geboren und aufgewachsen. Heute noch prägen die Gegend Hügel und Täler, kleine Berge mit Burgruinen, Moorlandschaften und der namensgebende dichte Wald. Ich habe 2017 einige Tage in einem kleinen Dorf an einem Abhang verbracht. Nach einem Regenguss staunte ich, als der Nebel aus den Bäumen dampfte und innerhalb weniger Minuten über mich hinwegzog, bis ich gar nichts mehr vor Augen sah. In einer solchen Gegend kann man sich Sagengestalten sehr leicht vorstellen.
Leider hat der Bayerische Wald ein Problem: Landwirtschaftlich gibt er nicht viel her, die traditionsreichen Glasereien schwächeln und für große Industriegegenden fehlt im hügeligen Naturpark schlicht der Platz. Arbeit ist rar, die Leute leben von ein wenig Forstwirtschaft, ein wenig Industrie, Handwerk und Tourismus. Seit über hundert Jahren ist die Bevölkerungsentwicklung rückläufig, das heißt: Die Leute wandern aus.
Mein Urgroßvater ist 1879 geboren, in ärmlichen Verhältnissen, und auch für ihn gab es keine Arbeit in der Heimat. Zu einer Zeit, als viele nach Amerika auswanderten, nahm er einen Weg von etwas mehr als zweihundert Kilometern in Angriff und erreichte Oberbayern.

(mehr …)


„Die Verletzung des Schülers war zu auffällig, um sie zu ignorieren. Das jedenfalls dachte Herr Albrecht, als er die Tür des Lehrerzimmers öffnete und draußen den Jungen stehen sah. Gelegen kam es ihm nicht, denn er hatte kaum Zeit.“

Die Beerdigung: Für Newsletter-Abonnenten als pdf, epub und mobi.

Zum Newsletter und zur Kurzgeschichte:

*Notwendig
Für diesen Newsletter werden persönliche Daten erhoben, etwa die E-Mail, die IP-Adresse und Daten für Klickstatistiken. Für weitere Informationen siehe die Datenschutzerklärung.